ENERTRAG verkauft WP „Vallée de Joie“ an Encavis
Encavis hat von ENERTRAG einen im Bau befindlichen WP in der Gemeinde Mézières-sur-Oise übernommen. Der WP „Vallée de Joie“ umfasst 41 MW und liegt ca. 100 km südlich von Lille. Die IBN ist für Ende 2026 geplant. ENERTRAG sieht den Verkauf als weiteres Kapitel der langjährigen Zusammenarbeit beider Unternehmen. Encavis erhöht mit dem Zukauf sein französisches Windportfolio auf 250 MW und unterstreicht den Ausbau seines europäischen Geschäfts. Der WP mit sieben Nordex-Anlagen soll jährlich etwa 98 GWh liefern.
Visiolar verkauft 95-MWp-PV-Park in Brandenburg an Sunovis
Visiolar hat ein baureifes PV-Projekt in Brandenburg mit 95 MWp an Sunovis – eine zu Brookfield gehörende Plattform – verkauft. Die Transaktion wurde auf Verkäuferseite exklusiv von Capcora begleitet. Das Projekt hat den „ready-to-build“-Status erreicht, der Baustart soll direkt nach der Übernahme erfolgen. Bemerkenswert ist der Deal, weil aktuell nur wenige große PV-Projekte in Deutschland den Eigentümer wechseln. Der Markt gilt als kleinteilig und fragmentiert, zudem agieren Investoren wegen schwieriger Bedingungen selektiver. Trotz Hürden wie strengeren Netzanforderungen, schwankenden Baukosten und begrenzter Liquidität für einzelne RTB-Projekte gab es hohes Investoreninteresse. Visiolar sieht darin einen Beleg für die Qualität der Projektentwicklung und will die Pipeline in der Region weiter ausbauen. Sunovis betont, das Projekt passe zu den Kriterien Größe, Reifegrad und langfristige Wertschöpfung und stärke die Präsenz im deutschen PV-Markt.
Weniger Risiko als gedacht: Studie untersucht Vogelzug an küstennahen WP
Der Bundesverband Windenergie Offshore (BWO) hat eine umfassende Studie zur Frage durchgeführt, wie stark Zugvögel tatsächlich durch WEA gefährdet sind. Untersucht wurde dabei das Kollisionsrisiko in einem küstennahen WP in Norddeutschland. Mithilfe von Radar und KI-gestützten Kamerasystemen wurde über einen Zeitraum von rund anderthalb Jahren das Flugverhalten der Zugvögel detailliert erfasst. Die Auswertung zeigt, dass mehr als 99,8 % der Vögel die WEA aktiv umfliegen. Selbst in Phasen mit besonders hoher Zugintensität stieg das Kollisionsrisiko nicht an. Die Ergebnisse liefern damit wichtige empirische Hinweise für die Planung künftiger WP und die Bewertung möglicher Auswirkungen auf den Vogelzug.
Bundestag beschränkt Privilegierung von Batteriespeichern im Außenbereich
Der Bundestag hat Änderungen im Geothermiebeschleunigungsgesetz beschlossen, die die bisherige Privilegierung von Batteriespeichern im Außenbereich einschränken. Künftig soll die Privilegierung nur für Co-Location-Speicher oder Stand-alone-Speicher ab 4 MW gelten, die in maximal 200 m Abstand zu Umspannwerken oder großen Kraftwerken errichtet werden. Bayern kritisiert die Einschränkungen und warnt vor Flächenkonflikten sowie unklaren Rechtsbegriffen wie „räumlich-funktional“, die die Planungssicherheit für Speicherprojekte verringern könnten. Zudem sollen Obergrenzen für die Gesamtfläche von privilegierten Speicheranlagen je Gemeinde eingeführt werden, um eine engere räumliche Steuerung zu ermöglichen. Gleichzeitig begrüßt Bayern die geplante Ausnahmeregelung bei Netzanschlüssen großer Speicher über 100 MW, die das Windhundprinzip abschafft und Netzblockaden verhindern soll.
BSW-Solar: Rückgang im Eigenheim-Segment um 28 Prozent
Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) meldet für 2025 einen deutlichen Rückgang der Nachfrage nach privaten PV-Dachanlagen: Gegenüber dem Vorjahr liegt das Minus bei etwa 28 %. Trotz des Rückgangs setzt ein Großteil der Installationen inzwischen auf Systemkombinationen: Rund 80 % der neuen Anlagen werden zusammen mit einem Heimspeicher eingebaut. Etwa 40 % der Projekte kombinieren PV zusätzlich mit Wärmepumpe oder Elektroauto. Insgesamt zeigt sich damit: Zwar gehen Dach-PV-Installationen zurück, der Trend zu integrierten Energie-Systemen mit Speicher und E-Mobility hält an. Der Verband sieht in dem Nachfragerückgang einen Rückschlag für Teile der Energiewende — und warnt, dass bei verschlechterter Förderlage Eigenheime als potenzielle PV-Standorte an Bedeutung verlieren könnten.
Saxovent kauft eine 81,8 MW PV-Anlage in Mecklenburg-Vorpommern
Das Berliner Unternehmen Saxovent Renewables hat ein fertig geplantes PV-Projekt mit 81,8 MW in Mecklenburg-Vorpommern vom Entwickler Milvio gekauft. Für 20 MW liegt bereits ein EEG-Zuschlag vor, der Rest soll über einen PPA vermarktet werden. Das Projekt bietet zudem die Option, einen Batteriespeicher zu integrieren, welche bis zur IBN geprüft wird. Die Anlage befindet sich südlich von Rostock und umfasst ca. 57,8 ha Fläche. Ein Teil des Stroms soll regional genutzt werden. Angaben zu Kosten oder Terminen machte das Unternehmen nicht.
Energieforschung: Förderung für Kreislaufwirtschaft in Windenergie und PV
Das Bundeswirtschaftsministerium startet einen neuen Förderaufruf zur Energieforschung für mehr Kreislaufwirtschaft in Windenergie und PV. Unternehmen und Forschungseinrichtungen können bis 31. Januar 2026 Projektideen einreichen. Gefördert werden Vorhaben, die Erneuerbare Energien widerstandsfähiger, ressourcenschonender und nachhaltiger machen. Im Mittelpunkt steht der Wechsel von linearer zu zirkulärer Wirtschaft im Energiesystem. Unterstützt werden übergreifende Projekte sowie technologiespezifische Ansätze für Windenergie und PV. Ziel ist zirkuläres Produkt- und Materialdesign und der Ersatz kritischer/energieintensiver Rohstoffe durch verfügbare oder recycelte Materialien. Für bald stillgelegte WEA werden bessere Demontage- und Recyclingprozesse benötigt. In der PV soll die Modullebensdauer z. B. durch Second-Life verlängert werden. Die Förderung ist Teil des 8. Energieforschungsprogramms und unterstützt die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie.
Ørsteds größter Offshore-WP in Deutschland kurz vor Inbetriebnahme
Der Offshore-WP „Borkum Riffgrund 3“ vom dänischen Energiekonzern Ørsted und dem Investmentmanager Nuveen hat erstmals Strom ins deutsche Netz eingespeist. Mit 913 MW und 83 Siemens-Gamesa-Turbinen ist er Ørsteds größtes Projekt in Deutschland und soll im 1. Quartal 2026 vollständig in Betrieb gehen. Der WP liegt rund 72 km vor der Nordseeküste, umfasst eine Fläche von 75 km², kommt ohne Offshore-Umspannwerk aus und erhält keine staatliche Förderung. Langfristige Stromabnahmeverträge über 786 MW bestehen mit Großkunden wie Amazon, BASF, Covestro, REWE/Energie-Handels-Gesellschaft und Google. Der Bau involvierte zahlreiche europäische Unternehmen und schuf lokale Arbeitsplätze. Laut eigenen Angaben ist Ørsted mit 20 % der deutschen Offshore-Kapazität Marktführer in Deutschland. Trotz des Meilensteins bleibt die Ørsted-Aktie seit Jahresbeginn rund 59 % im Minus.
Nordex sichert sich 118-MW-Auftrag in Polen
Nordex baut seine Präsenz in Polen weiter aus und hat einen Großauftrag für ein Windprojekt mit einer Leistung von 118 MW erhalten. Zum Einsatz kommen 20 WEA des Typs N149/5.X, die dazu beitragen werden, Polens starke Abhängigkeit von fossiler Stromerzeugung – insbesondere aus Kohlekraftwerken – zu reduzieren. Zusätzlich übernimmt Nordex im Rahmen des Projekts einen 15-jährigen Servicevertrag. Mit dem neuen Auftrag erweitert das Unternehmen seinen Bestand von rund 600 installierten WEA in Polen auf eine Gesamtleistung von etwa 1,7 GW. Der internationale, unabhängige Energieerzeuger hinter der Bestellung wurde bislang nicht namentlich genannt.
Rotterdam baut Offshore-Terminal für Windenergie aus
Die Hafenbehörde von Rotterdam plant den Ausbau eines 45 ha großen Terminals auf der Maasvlakte, um Engpässe bei Offshore-Windprojekten zu beheben. Das Terminal soll Lagerung, Transport, Vormontage und Montage von Windkraftkomponenten ermöglichen und über einen 835 m langen Schwergutkai sowie moderne Logistikeinrichtungen verfügen. Durch die direkte Lage an der Nordsee und die vorhandene Offshore-Infrastruktur wird der Terminalbetrieb ab Mitte 2029 unterstützt. Zusätzlich sollen Roll-on/Roll-off-Anlagen Be- und Entladeprozesse erleichtern, und das Terminal wird auch für die spätere Stilllegung von WPs genutzt. Das Vorhaben zeigt, wie wichtig Rotterdam als logistisches Zentrum für die Offshore-Windenergie in Europa ist.
Online-Tool von Envelio soll die Suche nach freien Netzkapazitäten erleichtern
Der mehrheitlich zu Eon gehörende Softwareanbieter Envelio hat den „Netzanschlussnavigator“ vorgestellt – ein Online-Tool, das die Suche nach freien Netzkapazitäten für PV-Anlagen, Batteriespeicher und Ladeinfrastruktur erleichtert. Über eine interaktive Netzkapazitätskarte können Projektentwickler verfügbare Kapazitäten prüfen, geeignete Standorte finden und Anschlusskosten kalkulieren. Netzbetreiber sollen dadurch bessere, realistischere Anfragen erhalten und von geringerer Belastung profitieren. Das Tool ergänzt Envelios bestehende IGP-Apps und deckt den Prozess vom ersten Planungsschritt bis zum Netzanschluss ab. Laut CEO Simon Koopmann sind leicht zugängliche Anschlussinformationen entscheidend für verbindliche Projektplanung. In den USA nutzt bereits ein großer Versorger aus New England das Tool; weitere Interessenten in Europa und den USA stehen bereit. Der Navigator ist nun auch für europäische Netzbetreiber verfügbar.
Ciel & Terre stellt neues schwimmendes PV-Anlagensystem vor
Der französische Spezialist für schwimmende PV, Ciel & Terre, hat sein neues System „WattRack“ vorgestellt. Das halbstarre System verzichtet auf klassische Wartungswege zwischen den Modulreihen und erlaubt dadurch eine höhere Moduldichte. Die Konstruktion basiert auf Schienen in Ost-West-Ausrichtung, was mechanische Belastungen reduziert und größere Anlagen mit weniger Verankerungspunkten ermöglicht. Das System ist in allen gängigen Modulgrößen umsetzbar und ist mit 5° oder 12 Neigung erhältlich. Es wurde unter realen Bedingungen getestet und ist auf eine Lebensdauer von bis zu 30 Jahren ausgelegt. Für Wartungsarbeiten hat Ciel & Terre ein motorisiertes Fahrwagensystem entwickelt, das direkt auf der schwimmenden Struktur fährt.

