Encavis erwirbt 199-MW-Portfolio
Encavis hat für ein Portfolio aus Wind- und PV-Anlagen in der spanischen Region Aragón eine projektbezogene Non-Recourse-Finanzierung ab-geschlossen. Das Portfolio weist eine Gesamtleistung von 199 MW auf und setzt sich aus drei WP mit ca. 142 MW sowie zwei PV-Anlagen mit insgesamt 57 MW zusammen. Das Finanzierungsvolumen beträgt 135 Mio. € und wurde über die Siemens Bank bereitgestellt, unter Beteiligung von Coöperatieve Rabobank U.A., Nord/LB sowie Siemens Financial Services.
Tion Renewables übernimmt Clearvise-Geschäft und baut Portfolio aus
Tion Renewables hat am 1. Januar 2026 das operative Geschäft und das gesamte Team der börsennotierten Clearvise AG übernommen. Tion ist größter Minderheitsaktionär von Clearvise und wird langfristiger Business-Services-Partner. Das zusammen betreute Portfolio beider Unternehmen soll bald rund 1 GW erreichen. Durch die Bündelung werden operative Synergien, beschleunigte Digitalisierung und ein effizienterer Einsatz des Expertenteams angestrebt. Die Auslagerung des Tagesgeschäfts erfolgt über einen langfristigen Dienstleistungsvertrag, der nachhaltige Kosteneinsparungen ermöglichen soll. Das gesamte Clearvise-Team wechselt zu Tion, um einen nahtlosen Betrieb sicherzustellen. Ehemalige Clearvise-Führungskräfte übernehmen zentrale Rollen bei Tion, etwa im Finanzbereich, Asset Management und Investment Management.
Trotz PV-Rekord: Europas Erneuerbaren-Strom sinkt 2025
2025 ist die Stromerzeugung aus EE in Europa leicht gesunken (1.333 statt 1.375 TWh), vor allem wegen schwächerer Wind- und Wasserkraft. Wind lieferte rund 4 % weniger Strom, Wasserkraft brach aufgrund geringer Niederschläge um 11 % ein. Gleichzeitig erreichte PV-Energie dank eines sehr sonnigen Jahres mit +14 % einen neuen Rekord. Der Anteil von Kohle und Erdgas im Strommix stieg leicht auf 27 %. Zudem nahmen negative Strompreise deutlich zu, in mehreren Ländern gab es über 500 Stunden unter null Euro. Als Gründe gelten mehr wetterabhängige Einspeisung bei zu wenig Speichern und Flexibilität. Für 2026 erwartet Montel weitere PV-Rekorde, mehr negative Preise und mögliche extreme Preisspitzen bei Dunkelflauten.
China schließt das erste Superkondensator-Energiespeicherprojekt ans Netz
China hat das weltweit erste Superkondensator-Energiespeicherprojekt erfolgreich ans Stromnetz angeschlossen. Das Projekt „Jiayuguan NingSheng“ mit einer Leistung von 500 MW und einer Speicherkapazität von 1 GWh kombiniert Lithium-Eisenphosphat-Batterien mit Superkondensatoren. China National Nuclear Corporation (CNNC) ist Investor der Anlage, die am 30. Dezember 2025 den Netzbetrieb aufgenommen hat. Sie befindet sich innerhalb eines großen PV-Industrieparks in Jiayuguan in der Provinz Gansu im Nordwesten des Landes. Der Batteriespeicher dient einer langfristigen Energiespeicherung und Lastspitzenkappung, während der Superkondensator durch seine schnelle Reaktionszeit von 60 Sekunden Frequenzregelung und Netzstabilisierung ermöglicht.
KI-Modell zur Wolkenbildung verbessert PV-Erzeugungsprognosen
Das Fraunhofer ISE hat ein KI-Modell entwickelt, welches die Vorhersage von Wolkenbildung anhand von Satellitenbildern verbessert. Da Wolken einen großen Einfluss auf die Prognose der PV-Erzeugung haben, sind präzise kurzfristige Prognosen für Netzbetreibende wesentlich, um Netzstabilität und Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Mit dem neuen Verfahren soll die Fehlerquote bei kurzfristigen Einstrahlungsprognosen um 11 % sinken. Neben sichtbaren Satellitenbildern wird Infrarotlicht eingesetzt, um unabhängig vom Sonnenlicht die Wolkenbildung zu analysieren, womit die Prognosequalität verbessert wird. Die Ergebnisse werden mit dem konventionellen Verfahren der Wolkenzugvektoren ausgewertet. Das Modell ergänzt damit die numerische Wettervorhersage, die für kurzfristige Vorhersagen nur eingeschränkt geeignet ist.
UBA: PV-Dachanlagen werden marktfähiger
Ein vom Umweltbundesamt beauftragtes Kurzgutachten sieht die Marktintegration von PV-Dachanlagen auf gutem Weg, obwohl 2025 die Stunden mit negativen Börsenpreisen auf 575 stiegen (2024: 459 Stunden). Ursache ist, dass viele Betreibende bislang kaum Anreize haben, bei negativen Preisen weniger einzuspeisen. Das Solarspitzengesetz setzt an: Neue Anlagen über 7 kW erhalten in solchen Stunden keine Vergütung, sofern ein Smart Meter installiert ist – die volle Wirkung kommt erst mit breiterem Rollout. Für Bestandsanlagen gelten andere Regeln, etwa Vermarktung mit Preislimits und Abregelung bei fernsteuerbaren Anlagen. Ausgeförderte Anlagen bleiben starr; 2045 werden 46 GW ohne Preissignal-Reaktion erwartet. Nötig sind daher mehr Verbrauchsflexibilität, § 14a EnWG und wirksame dynamische Tarife sowie vereinfachte Direktvermarktung.
Nordex Group erneut Marktführer bei Onshore-Windkraft in Deutschland
2025 war die Nordex Group Marktführer beim Ausbau der Onshore-Windkraft in Deutschland und verantwortlich für 31,5 % der neu ans Netz gegangenen Anlagen. Insgesamt installierte Nordex 285 Turbinen mit knapp 1.647 MW, während deutschlandweit 5.232,5 MW neu hinzukamen. Zum zweiten Mal in Folge führt Nordex das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur an. Zusätzlich verzeichnete Nordex 2025 ein Rekordjahr beim Auftragseingang mit 10.200 MW Bestellungen und übertraf damit den Vorjahresrekord deutlich. Laut Karsten Brüggemann, Vice President Region Central, setzt Nordex weiter auf Innovation und Service, um zuverlässige Zeitpläne und hohe Erträge zu sichern. Weltweit hat Nordex rund 57 GW in über 40 Märkten installiert, erzielte 2024 7,3 Mrd. € Umsatz und beschäftigt über 10.400 Mitarbeiter. Das Unternehmen fokussiert sich auf leistungsstarke Onshore-Turbinen der Klassen 4 bis 7 MW+ für Regionen mit begrenzten Flächen und Netzkapazitäten.
Weltweit zweitgrößter Offshore-WP final genehmigt
Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat die finale Genehmigung für den Offshore-WP „Nordlicht II“ erteilt. Damit hat der Energiekonzern Vattenfall die vollständige „Final Investment Decision“ (FID) für das gesamte Nordlicht-Cluster getroffen, das aus „Nordlicht I“ und „Nordlicht II“ besteht. „Nordlicht I“ ist Deutschlands größtes Offshore-Windprojekt; der Bau soll noch dieses Jahr beginnen. „Nordlicht II“ folgt voraussichtlich rund ein Jahr später. Beide WPs sollen 2028 in Betrieb gehen und mit einer Nettoleistung von über 1,6 GW Strom für die Energiewende und Dekarbonisierung liefern. Die Genehmigung bestätigt die geplante Investition für das gesamte Offshore-Cluster. Vattenfall betont, dass das Projekt zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas beiträgt. „Nordlicht II“ ist damit ein wichtiger Schritt im Ausbau von EE in der deutschen Nordsee.
Großbritannien vergibt 8,4 GW in bisher größten Offshore-Wind Auktion
Großbritannien hat seine bislang größte Ausschreibungsrunde für Offshore‑Windprojekte abgeschlossen. Insgesamt wurden rund 8,4 GW an Leistung vergeben, um das nationale Ziel umzusetzen, bis 2030 eine Offshore‑Windkapazität von 43 bis 50 GW aufzubauen. Bereits im Jahr 2024 waren in Großbritannien rund 15,6 GW an Offshore‑Windleistung installiert. RWE sicherte sich bei der Auktion etwa 82 % der ausgeschriebenen Kapazität, während EnBW sich aufgrund höheren Projektkosten und Risiken aus der Ausschreibung zurückgezogen hatte. Somit kann RWE fünf große Offshore‑Projekte realisieren: Norfolk Vanguard East, Norfolk Vanguard West, Dogger Bank South 1 und 2 sowie Awel y Môr.
Nordex erhält Großaufträge von über 246 MW für Windenergieprojekte in Spanien
Nordex hat zum Jahresende mehrere neue Aufträge aus Spanien erhalten und ist damit an Projekten mit insgesamt über 246 MW beteiligt. In den Provinzen Teruel, Navarra, Burgos und León sollen insgesamt 38 WEA errichtet werden. Darunter befindet sich auch ein Auftrag des größten unabhängigen Onshore‑Windstromerzeugers Europas, Nadara. Für das Projekt Castillo 1 in der Provinz León hat das Unternehmen zwölf Turbinen des Typs N163/6.X bei Nordex bestellt. Mit einer geplanten Gesamtleistung von rund 75 MW ist es das erste Projekt von Nadara in Spanien. Durch diese neuen Aufträge stärkt Nordex erneut seine Position als der WEA-Hersteller mit den meisten Auftragseingängen im Jahr 2025.
Französische Wissenschaftler finden neue Ursache für Solarzellendegradation
Am französischen Forschungsinstitut CEA-Liten haben Wissenschaftler entdeckt, dass die Wasserstoffmigration in stark dotierten selektiven Schichten die primäre Ursache für die UV-induzierte Degradation in Heterojunction-Solarzellen ist und nicht wie bisher angenommen der Verlust von Si-H-Bindungen an der Grenzfläche. Die Degradation zeigt sich in einem Verlust der Leitfähigkeit und Ladungsträgerlebensdauer durch die Bildung inaktiver P–Si–H–Si-Komplexe. Durch eine regelmäßige Kontrolle des Wasserstoffgehalts, UV-Filterung und eine optimierte Dotierung kann die Degradation reduziert werden und durch Lightsoaking mit Wärme und Licht ist sie teilweise umkehrbar, indem sich dabei der Wasserstoff neu anordnet.
China schafft Steuervergünstigungen für PV-Exporte im April ab
Ab 1. April 2026 streicht China die Mehrwertsteuervergünstigungen (Exportrabatte) für PV-Produkte vollständig ab, darunter monokristalline Siliziumwafer, PV-Zellen und PV-Module. Gleichzeitig werden die Rabatte für Batterien von 9 auf 6 % bis Ende 2026 reduziert und ab dem 1. Januar 2027 vollständig gestrichen. Betroffen sind Lithium-Ionen-Zellen, Energiespeicher, Vanadium-Redox-Flow-Batterien sowie Vorprodukte wie Lithiumhexafluorophosphat. Laut Finanzministerium und Steuerverwaltung handelt es sich bereits um die zweite Anpassung innerhalb eines Jahres. Hersteller sehen steigende Exportkosten, weshalb Lieferungen möglicher-weise ins erste Quartal 2026 vorgezogen werden, um die Übergangsfrist zu nutzen. Kurzfristig könnten die Ausfuhren zunehmen, langfristig erwarten Analysten jedoch eine Marktkonsolidierung und technologische Modernisierung. Insgesamt zielt die Maßnahme darauf ab, weniger auf Steueranreize zu setzen und stärker Qualität und nachhaltige Produktion zu fördern.

