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Meldungen – Oktober 2026

Statkraft und Wattmanufactur schließen Hybrid-PPA

Statkraft und Wattmanufactur haben einen siebenjährigen Stromabnahmevertrag für ein kombiniertes PV-Speicher-Projekt in Rümpel in Schleswig-Holstein geschlossen. Der PV-Park mit 20 MW Leistung befindet sich derzeit im Bau und soll bis November in Betrieb gehen. Ergänzt wird die Anlage durch einen Batteriespeicher mit 10 MW Leistung und 20 MWh Kapazität, der ebenfalls noch 2026 in Betrieb genommen werden soll. Statkraft übernimmt künftig sowohl die Vermarktung des PV-Stroms als auch die Planung und Steuerung des Speichereinsatzes am Strommarkt. Der Hybrid-PPA läuft von 2027 bis einschließlich 2033 und umfasst ein Vermarktungsvolumen von rund 150 GWh. Statkraft nimmt den Strom aus PV-Anlage und Speicher zu einem Festpreis ab und trägt dabei das Vermarktungsrisiko – auch bei negativen Strompreisen.

Wachsender Absatzmarkt für PVT-Module

Der Markt für Photovoltaik-Thermie-Module (PVT) verzeichnet in Deutschland ein dynamisches Wachstum und hat sich zwischen 2020 und 2025 mehr als vervierfacht. Im Jahr 2025 stieg der Absatz auf rund 25.300 m² Kollektorfläche, was einem Zuwachs von 13 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. PVT-Module kombinieren Stromerzeugung und Wärmegewinnung in einem System und werden insbesondere als Wärmequelle für Wärmepumpen eingesetzt, wodurch die Gesamteffizienz von Gebäudetechnik erhöht werden kann. Zusätzlich eröffnen sie Potenziale für Gebäudekühlung sowie die Kombination mit Geothermie- oder Eisspeichersystemen. Der deutsche Markt wird derzeit vor allem von unabgedeckten PVT-Kollektoren in Verbindung mit Sole-Wärmepumpen geprägt.

Branche fordert Nachbesserung bei AgNes

Die Bundesnetzagentur hat rund 1.000 Stellungnahmen zur geplanten Netzentgeltreform (AgNes) erhalten. Branchenverbände kritisieren insbesondere Einspeiseentgelte und den geplanten Prosumeraufschlag, da sie Investitionen in Erneuerbare Energien, Speicher und Flexibilitätsoptionen erschweren könnten. Zudem werden Nachteile für gemeinschaftliche Versorgungsmodelle und eine unzureichende Berücksichtigung der tatsächlichen Netznutzung bemängelt. Verbände fordern eine bessere Abstimmung mit weiteren energiepolitischen Reformen, um zusätzliche Belastungen und Fehlanreize zu vermeiden. Darüber hinaus fehlen aus Sicht der Branche wichtige Konkretisierungen zu Preisbildung, Marktprozessen und Umsetzung.

Flower startet Bau von 100-MW-Großspeicher

Das schwedische Energieunternehmen Flower hat in Hamburg den Bau eines Batteriespeichers mit 100 MW Leistung und 400 MWh Kapazität begonnen. Die Anlage soll ab Ende 2028 verfügbar sein und Strom über bis zu vier Std. bereitstellen können. Ziel ist es, überschüssige Energie aus Zeiten hoher Erzeugung zwischenzuspeichern und bei steigender Nachfrage wieder ins Netz einzuspeisen. Der Speicher soll damit die Integration von Wind- und PV-Strom unterstützen und zur Stabilisierung des Stromsystems beitragen. Für die Vermarktung der Speicherflexibilität arbeitet Flower mit dem Energiekonzern Engie zusammen. Das Projekt ist das bislang größte selbst entwickelte Batteriespeichervorhaben des Unternehmens und Teil eines deutschen Speicherportfolios von inzwischen mehr als 300 MW.

Bauwo und Energy Partners starten Zusammenarbeit

Bauwo Invest und Energy Partners haben ihre Zusammenarbeit mit einem Energieinfrastrukturprojekt an einem Logistikstandort in Rheinau gestartet. Geplant ist eine PV-Anlage mit rund vier MW-Leistung, deren Bau bereits im August begonnen hat. Ergänzt wird die Anlage durch einen Batteriespeicher mit 2,5 MW Leistung und fünf MWh Kapazität. Dieser soll den erzeugten PV-Strom zwischenspeichern und bei Bedarf am Standort bereitstellen. Zusätzlich entstehen vier Schnelllader mit insgesamt acht Ladepunkten und zwei MW Gesamtleistung für Elektro-Lkw. Ein Energiemanagementsystem soll PV-Anlage, Speicher und Ladeinfrastruktur miteinander verknüpfen und die Energieflüsse optimieren. Ein Teil des Stroms wird über ein On-Site-PPA direkt an den künftigen Nutzer des Logistikstandorts verkauft. Die Unternehmen planen, ihre Zusammenarbeit weiter auszubauen.

Hybridkraftwerk „Löwenberger Land“ steht kurz vor IBN

Nach rund vier Jahren Planung und Bau steht das Hybridkraftwerk Löwenberger Land kurz vor der IBN. Auf einer Fläche von 54 h wurde eine PV-Leistung von insgesamt 69 MW installiert. Ergänzt wird die Anlage durch einen Batteriespeicher aus 17 Batteriecontainern mit einer Gesamtkapazität von 76,5 MWh. Der Bau des Hybridkraftwerks wurde durch die MHB Montage GmbH umgesetzt. Betreiber ist die Solarpark Löwenberger Land Betriebs-GmbH & Co. KG. Die technische Freigabe für die Einspeisung in das Stromnetz erfolgte bereits Mitte August 2026. Noch offen ist, ob der Batteriespeicher künftig auch Strom aus dem öffentlichen Netz aufnehmen und damit als Graustromspeicher eingesetzt werden darf. Bislang liegt seitens des Netzbetreibers lediglich eine Freigabe für die Speicherung von erneuerbarem Strom vor.

Berliner Stadtwerke übernehmen Windprojekt „Diehlo-West“

Die Berliner Stadtwerke bauen ihre Windstromerzeugung in Brandenburg weiter aus und haben das Windprojekt „Diehlo-West“ bei Eisenhüttenstadt von JUWI übernommen. Das bereits genehmigte und im Bau befindliche Projekt umfasst zwei WEA des Typs Vestas V150 mit einer Gesamtleistung von 12 MW. Nach der geplanten IBN im dritten Quartal 2027 sollen jährlich genug Strom für über 10.000 Haushalte erzeugt werden. Mit dem Zukauf verfolgen die Stadtwerke ihre Strategie, PV-Energie in Berlin durch Windkraftprojekte im Umland zu ergänzen. Die eigene Erzeugungsleistung steigt damit auf 178,5 MW. Das Projekt befindet sich bereits in der Umsetzung und wird nun von den Berliner Stadtwerken bis zur Fertigstellung weitergeführt.

Windpark „Bredentin“ spült Geld in Kassen der Gemeinden

Die wpd AG hat den Windpark „Bredentin“ in Mecklenburg-Vorpommern offiziell eingeweiht. Die fünf WEA verfügen zusammen über eine Leistung von mehr als 29 MW und können rechnerisch bis zu 22.500 Haushalte mit klimafreundlichem Strom versorgen. Neben der Stromerzeugung profitieren auch die umliegenden Gemeinden von dem Projekt. Über das Bürger- und Gemeindebeteiligungsgesetz stellt wpd jährlich 9.000 Euro pro Anlage für ortsansässige Vereine bereit. Insgesamt fließen damit 45.000 Euro pro Jahr unter anderem in Jugendangebote, Sport und Kultur. Zusätzlich erhalten die Gemeinden im Umkreis von 2,5 Km über das Erneuerbare-Energien-Gesetz voraussichtlich rund 142.000 Euro jährlich.

Offshore-WP „Oranje Wind“ Bauphase auf See gestartet

Für den gemeinsamen WP von RWE und TotalEnergies „Oranje Wind“ hat die Bauphase auf See begonnen. Der WP soll mit 53 WEA des Typs Vestas V236 eine Gesamtleistung von 795 MW erreichen. Die vollständige IBN ist für Anfang 2028 geplant. Besonderheit des Projekts ist die enge Verknüpfung von Offshore-Windenergie mit Speicher-, Wasserstoff- und Flexibilitätslösungen. Beide Partner bringen dafür eigene Projekte zur Systemintegration ein, darunter Batteriespeicher, Elektrolyseure zur Produktion von grünem Wasserstoff sowie flexible Stromverbraucher. Mit dem Hybridansatz soll die Integration Erneuerbarer Energien in das Energiesystem verbessert werden. Nach Fertigstellung kann „Oranje Wind“ rechnerisch rund eine Mio. niederländische Haushalte mit Strom versorgen.

Ørsted-CEO übernimmt WindEurope-Vorsitz in Rekordjahr für Windkraft

Rasmus Errobe, Vorstandsvorsitzender von Ørsted, übernimmt für 18 Monate den Vorsitz von WindEurope. Sein Amtsantritt fällt in eine Phase starken Wachstums: für 2026 erwartet der Verband einen europäischen Rekordzubau von ca. 24 GW Windenergieleistung. Im ersten Halbjahr wurden bereits 8,8 GW installiert, davon 3,4 GW in Deutschland. Langfristig sieht WindEurope das Ausbautempo jedoch als zu gering an, um die EU-Ziele bis 2030 zu erreichen. Die installierte Windkraftleistung in der EU könnte bis dahin auf ca. 342 GW steigen und damit unter dem angestrebten Niveau bleiben.

Neue US-Zölle auf PV-Importe aus Indien, Indonesien und Laos

Das US-Handelsministerium hat endgültige Anti-Dumping- und Ausgleichszölle auf PV-Zellen und -module aus Indien, Indonesien und Laos festgelegt. Je nach Herkunftsland und Hersteller liegen die kombinierten Zollsätze teils sehr hoch und können für bestimmte Importe aus Indien bis zu 234 %, aus Indonesien bis zu 178 % und aus Laos bis zu 103 % erreichen. Die neuen Zölle kommen zusätzlich zu bereits bestehenden US-Handelsmaßnahmen und sollen laut US-Behörden gegen unfaire Preisgestaltung und staatliche Subventionen vorgehen. Endgültig wirksam werden die Maßnahmen jedoch erst nach dem noch ausstehenden Votum der US International Trade Commission am 14. Oktober 2026. Bei einer positiven Entscheidung sollen die Zölle ab November erhoben werden.

Globaler PV-Zubau wächst 2025 um 15 % auf 690 GW

Der weltweite PV-Zubau ist 2025 laut IEA-PVPS um 15 % auf rund 690GW gestiegen, wobei sich das Wachstum gegenüber den beiden Vorjahren etwas verlangsamte. China blieb mit 415GW und einem Anteil von rund 60 % am globalen Zubau mit großem Abstand der wichtigste Markt. Dahinter folgten Indien, die USA, Deutschland und Pakistan, während die EU insgesamt 68GW neu installierte und damit nur um fünf % zulegte. Gleichzeitig verfügte die PV-Industrie über deutlich mehr Produktionskapazitäten als tatsächlich benötigt wurden. Technologisch dominierten N-Type-Zellen mit einem Anteil von etwa 82 %. Ende 2025 waren weltweit insgesamt rund 2,96TW PV installiert, während die Branche nach Angaben des IEA-PVPS rund 8,2 Mio. Menschen beschäftigte.

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