Übergabe des WP „Dollenkamp“ von BayWa r.e. an ENOVA
Der WP „Dollenkamp“ südwestlich der Stadt Brakel in Nordrhein-Westfalen, ist nach über einem Jahr Bauzeit in Betrieb gegangen. Acht WEA erzeugen jährlich etwa 100.000 MWh. Das Projekt wurde von BayWa r.e. realisiert und planmäßig an ENOVA übergeben. Ein besonderes Merkmal dieses Projekts ist die Bürgerstiftung Dollenkamp für lokale Initiativen und bürgerliches Engagement. BayWa hat ein Startkapital von 100.000 € bereitgestellt und ENOVA wird die Stiftung weiterhin zukünftig mit jährlichen Zahlungen unterstützen. Dadurch kann der WP einen Mehrwert für die Region schaffen und ist nach einem WP mit 15,3 MW Leistung in Niedersachsen das zweite Projekt, das BayWa r.e. an ENOVA verkauft.
greenwind Group übernimmt WP-Projekt „Freudenberg“
Die greenwind Group hat die Projektrechte für den WP „Freudenberg Nord2“ in Brandenburg übernommen und baut dort vier neue WEA mit zusammen 22,4 MW. Geplant sind vier Vestas V150-Anlagen (je 5,6 MW) mit 166 m Nabenhöhe, die Umsetzung übernimmt die Green Wind Construction GmbH. Für das Vorhaben liegen bereits alle Genehmigungen sowie ein Zuschlag der Bundesnetzagentur vor. Der Bau startet jetzt mit Kabel- und Wegebau, im April folgen Kran- und Montageflächen, ab August liefert Vestas die Anlagen. Die vollständige IBN ist bis Januar 2027 vorgesehen – damit soll die Realisierung nur etwa ein Jahr dauern. Das Unternehmen betont, dass es dank lokaler Erfahrung in Freudenberg und der Umsetzung „aus einer Hand“ schnell und planbar vorankommt. Außerdem wird die Transaktion als Gewinn für die Gemeinde und als attraktives Investment beschrieben.
Energiewende – schleppender Fortschritt
Der DIW-Energiewende-Monitor (2. Halbjahr 2025) sieht mehr Schwung beim Ausbau von Wind und PV, aber weiterhin zu wenig Tempo für die Ziele bis 2030. Ende 2025 sind bei PV 117 von 215 GW erreicht, Wind an Land liegt bei knapp 60 %, Offshore bleibt deutlich zurück; PV ist dem nötigen Ausbaupfad am nächsten. In Wärme und Verkehr geht die Umstellung zu langsam: Wärmepumpen kommen zwar auf 48 % der neuen Heizungen, E-Autos aber nur auf rund 20 % der Neuzulassungen. Flexibilität verbessert sich leicht (weniger negative Strompreise, mehr Batteriespeicher), bleibt aber eine Baustelle. Es wird davor gewarnt, dass später Strom fehlen könnte, wenn der Ausbau der Erneuerbaren jetzt ausgebremst wird, und dass die aktuell günstigen Bedingungen genutzt werden sollten, um Erneuerbare und Sektorenkopplung deutlich schneller voran zubringen.
Ore Energy validiert Eisen-Luft-Speicher für langfristige Energiespeicherung
Als Langzeitspeicher wurde vom niederländischen Start-up Ore Energy ein Eisen-Luft-Batteriespeicher entwickelt, der über eine Speicherdauer von bis zu 100 Std. verfügt. Das Projekt ist EU-finanziert und wurde am französischen Labor „EDF Lab les Renardières“ erfolgreich abgeschlossen. Der Speicher ist modular aufgebaut und zeichnet sich durch eine niedrige Zelldegradation aus. Die Lebensdauer liegt bei 20 Jahren. Es ist ein Produktionsstandort in Europa mit Produktionsstart im Jahr 2027 geplant. Aufgrund der niedrigeren Materialkosten besitzt die Technologie das Potenzial, kostengünstiger als Lithium-Ionen-Batterien zu sein. Trotz der derzeitigen Abhängigkeit von staatlichen Anreizen wächst der Bedarf an Langzeitspeichern infolge der Energiewende.
Bau einer schwimmenden 6 MW-PV-Anlage in Baden-Württemberg
Das süddeutsche Unternehmen Erdgas Südwest baut seine bislang größte schwimmende PV-Anlage in Baden-Württemberg, auf dem Kühlsee in Iffezheim. Mit 3,4 ha werden damit 3,8 % des Sees bedeckt. Die Anlage wird in zwei Teilen erbaut. 4 MW werden zur Direktversorgung eines Betonsteinwerks der Kronimus AG Betonsteinwerke genutzt. Dieser Teil der Anlage bleibt demnach im Besitz von Erdgas Südwest. Mit dem Stromabnehmer wurde ein langfristiger Abnahmevertrag geschlossen. Die restlichen 2 MW werden an eine neu gegründete Gesellschaft veräußert und der Strom wird zur Eigenverbrauchsdeckung genutzt. Eigentümer der Gesellschaft ist Eugen Kühl und Söhne GmbH & Co. KG (EKS), zugleich Eigentümer des Kühlsees und der Stadtwerke Baden-Baden.
NKT unterzeichnet zehnjährigen PV-Stromvertrag
NKT und Uniper haben einen langfristigen PV-Stromvertrag über zehn Jahre abgeschlossen.
Künftig bezieht NKT erneuerbaren Strom aus Unipers neuer PV-Anlage in Wilhelmshaven.
Der grüne Strom soll die NKT-Produktionsstandorte in Köln und in Nordenham versorgen, letztere liegen nahe der PV-Anlage. Mit dem Power Purchase Agreement (PPA) will NKT seinen ökologischen Fußabdruck reduzieren und die Dekarbonisierung der Wertschöpfungskette vorantreiben.
Der PV-Park „Voslapper Groden“ entsteht auf einer ehemaligen Aschedeponie in Wilhelmshaven und hat 17,2 MWp Leistung. Jährlich sollen dort rund 17.872 MWh Erneuerbare Energie erzeugt werden, die zu 100 % an NKT gehen. Geplant ist, dass die Stromlieferung ab dem 31. Januar 2027 beginnt – sobald die Anlage in Betrieb geht.
Offshore‑Projekt „Nordlicht I“ macht schnellere Fortschritte als geplant
Die Umsetzung des Offshore‑WP „Nordlicht I“ schreitet schneller voran als ursprünglich geplant. Bereits vor dem offiziellen Baubeginn wurden die ersten Monopiles und Transition Pieces fertiggestellt. Insgesamt sind 68 dieser Komponenten vorgesehen und bilden die Verbindung zwischen Fundament und Turm der WEA. Der WP ist Teil eines größeren Clusters in der Nordsee, das aus „Nordlicht I“ und „Nordlicht II“ besteht. Der offizielle Start der Offshore‑Arbeiten ist im Laufe dieses Jahres geplant und wird rund drei Jahre andauern. Nach der IBN wird „Nordlicht I“ der größte Offshore‑WP Deutschlands sein und eine Leistung von ca. 980 MW bereitstellen.
PNE-Gruppe erhält Genehmigungen für zwei neue WPs in Deutschland
Die PNE-Gruppe hat im vierten Quartal 2025 die notwendigen Genehmigungen für zwei neue WPs in Deutschland erhalten. Eines der Projekte ist der WP „Am Heilborn“ in Thüringen mit fünf WEA vom Typ Vestas V172. Dort entsteht eine installierte Gesamtleistung von 36 MW. Zudem erhielt PNE die Teilgenehmigung für das Repowering des WPs „Hassendorf“ in Niedersachsen. Damit ist der Ausbau von drei Anlagen mit 18 MW endgültig genehmigt. Insgesamt bringen die beiden Projekte eine installierte Leistung von 54 MW. Nach ihrer IBN können sie den Strombedarf von rund 24.600 Drei-Personen-Haushalten decken. PNE sieht in den Genehmigungen einen wichtigen Schritt für den Ausbau seines Projektportfolios in Deutschland und betont seine Erfahrung bei komplexen Genehmigungsverfahren.
Höherer Strombedarf durch KI: USA planen 46 GW an zusätzlicher Windenergie bis 2029
Der zunehmende Erfolg von KI‑Anwendungen führt zu einem deutlich steigenden Strombedarf. Bereits heute entfallen rund 4 % des gesamten Stromverbrauchs in den USA auf Rechenzentren, die KI‑Systeme betreiben. Bis 2030 wird sich dieser Anteil voraussichtlich verdoppeln. Um diesem wachsenden Bedarf gerecht zu werden, spielt Windenergie eine zentrale Rolle. Die American Clean Power Association (ACP) geht davon aus, dass bis 2029 zusätzliche 46 GW an Windkraftleistung installiert werden. Allein im Jahr 2026 sollen davon rund 11 GW ans Netz gehen. Damit wird der Anteil der Windenergie an der US‑Stromerzeugung weiter steigen. Derzeit liegt dieser bei etwa 10,1 % bei einer Gesamtleistung von ca. 160 GW.
Vestas erhält 1,38-GW-Auftrag von RWE für britisches Offshore-Großprojekt „Vanguard West“
Der WEA-Hersteller Vestas hat einen Großauftrag über 1,38 GW Offshore-WEA im Vereinigten Königreich erhalten. Auftraggeber ist der Energiekonzern RWE, der das Projekt „Vanguard West“ realisiert. Vestas soll 92 Turbinen des Typs V236-15.0 MW liefern, transportieren und in Betrieb nehmen. Nach der Errichtung übernimmt das Unternehmen zunächst einen fünfjährigen Servicevertrag, der in einen langfristigen Betriebs- und Wartungsvertrag übergeht. RWE betont die strategische Bedeutung des Vertrags im Zuge des Erfolgs in der jüngsten Offshore-Windauktion (Allocation Round 7). Vestas hebt hervor, dass die Dynamik im europäischen Offshore-Windmarkt weiter zunimmt. Der Standort des Vanguard-West-Projekts liegt rund 47 km vor der Küste von Norfolk in East Anglia. Die Endgültige Investitionsentscheidung (FID) ist für Sommer 2026 geplant. Die IBN des Windparks soll 2029 erfolgen.
Baustart für großflächiges Scatec PV-Projekt in Rumänien
Das norwegische Unternehmen Scatec startet mit dem Bau eines 190-MW-PV-Projekts in Rumänien und sichert sich damit langfristige Erlöse durch staatliche Differenzverträge. Dieses Projekt markiert den erfolgreichen Markteintritt in Rumänien und ist Teil einer strategischen Neuausrichtung, die auf profitables Wachstum und die Konzentration auf Kernmärkte setzt. Die Finanzierung des 121 Mio. € schweren Vorhabens erfolgt in Zusammenarbeit mit internationalen Entwicklungsbanken und Partnern, wobei die IBN für Ende 2027 geplant ist. Parallel zur operativen Expansion stärkt Scatec durch ein Mitarbeiterbeteiligungsprogramm seine Kapitalbasis und unterstreicht damit seinen Kurs als Akteur der globalen Energiewende.
Rückläufige Zustimmung zum Ausbau von PV und Windenergie in Österreich
Das aktuelle Stimmungsbarometer 2026 zeigt, dass die Zustimmung der österreichischen Bevölkerung zum Ausbau Erneuerbarer Energien zwar weiterhin hoch ist, im Vergleich zu den Vorjahren jedoch spürbar sinkt. Besonders beliebt bleibt die PV auf Dächern und Fassaden, während Freiflächenanlagen und Windenergie deutlich geringere Zustimmungswerte erzielen. Auffallend ist der Rückgang der Akzeptanz für Projekte in der eigenen Gemeinde, die seit 2022 bei fast allen Energieformen um etwa zehn Prozentpunkte gefallen ist. Trotz sinkender Investitionsbereitschaft für das kommende Jahr besitzt bereits fast ein Drittel der Befragten eine eigene PV-Anlage, primär um Kosten zu sparen. Zudem gewinnt das Konzept der Energiegemeinschaften an Bedeutung, da das Interesse an gemeinschaftlicher Energienutzung stabil auf hohem Niveau bleibt.

