21 MW gesichert: ENOVA steigt in das WP-Projekt „Thüle“ ein
ENOVA hat die Projektrechte für drei von sechs geplanten WEA im WP „Thüle“ im Landkreis Cloppenburg übernommen. Parallel dazu wurde auch die Finanzierung des Vorhabens abgeschlossen, womit sich das Unternehmen ein weiteres Projekt des Partners Jade Concept sichert. Im WP haben die Bauarbeiten für insgesamt sechs Nordex-Anlagen des Typs N175 mit jeweils 6,8 MW bereits begonnen. Drei der Anlagen werden künftig von lokalen Grundstückseigentümern betrieben, die übrigen drei verantwortet ENOVA. Mit dem Einstieg sichert sich ENOVA damit 21 MW eigene Leistung im Projekt. Die IBN der unternehmenseigenen Anlagen ist für den Herbst 2027 vorgesehen. Ab diesem Zeitpunkt sollen jährlich mehr als 65 GWh grüner Strom erzeugt werden. Das Projekt baut auf der bereits bestehenden Zusammenarbeit zwischen ENOVA und Jade Concept auf und stärkt die Präsenz von ENOVA im norddeutschen Onshore-Windmarkt.
Diehl Gruppe erwirbt ein 24-MW-Windparkprojekt in Rheinland-Pfalz
Die Diehl Metall Stiftung & Co. KG hat ein Windparkprojekt in Rheinland‑Pfalz erworben. Nach Fertigstellung wird der WP aus vier WEA mit einer Gesamtleistung von rund 24 MW bestehen. Das Projekt der JUWI GmbH verfügt bereits über eine genehmigungsrechtliche Freigabe. Im Zuge der Übernahme des Projekts im rheinland‑pfälzischen Gundersweiler wurde auch die zugehörige Projektgesellschaft übernommen, die für die Umsetzung verantwortlich ist. Da sowohl der Netzanschluss gesichert als auch die Flächensicherungen abgeschlossen sind, ist von einer zeitnahen Realisierung des WPs auszugehen.
UKA bringt zweiten WP in Schleswig-Holstein ans Netz
Der Energieparkentwickler UKA hat mit dem WP „Fehrenbötel“ sein zweites Projekt in Schleswig-Holstein erfolgreich in Betrieb genommen. Die Anlage besteht aus drei WEA und versorgt rund 17.000 Haushalte mit grünem Strom, wodurch jährlich etwa 24.000 t CO₂ eingespart werden. Der Netzanschluss verzögerte sich aufgrund von Arbeiten am Umspannwerk „Wahlstedt“, konnte aber im März 2026 realisiert werden. Zusammen mit dem bereits Ende 2025 gestarteten WP „Reher“ hat UKA innerhalb kurzer Zeit eine Gesamtleistung von rund 30 MW ans Netz gebracht. Die Projekte sind Teil einer umfangreichen Projektpipeline an Wind-, Solar- und Speicherprojekten des Unternehmens in Deutschland.
PV-Ausbau in Mecklenburg-Vorpommern: Erweiterung der Flächenkontingente
Mecklenburg Vorpommern verdoppelt das Kontingent für PV Freiflächenanlagen auf landwirtschaftlichen Arealen von 5.000 auf 10.000 ha. Die Landesregierung verbindet die Ausweitung mit neuen Kriterien, die den Ausbau stärker steuern sollen: Vorrang haben versiegelte Flächen und stillgelegte Deponien, während hochwertige Böden, Moore und Schutzgebiete tabu bleiben. Zugleich wird die kombinierte Nutzung mit Windenergie, Biogas, Elektrolyseuren oder Speichern ausdrücklich gefördert. PV-Parks auf Agrarflächen sind nur möglich, wenn sie klaren öffentlichen Interessen dienen, etwa durch netzdienliche Speicher, regionale Stromlieferung oder Einbindung in Wärme- und Wasserstoffkonzepte. Neu sind zudem strengere Vorgaben zur Bodenwertigkeit, Flächenbegrenzung und zur finanziellen Beteiligung von Kommunen und Bürgern. Agri PV bleibt vom Ziel-abweichungs-verfahren ausgenommen, sofern die landwirtschaftliche Nutzung dauerhaft gesichert ist.
PV-Großprojekt mit dezentralem Speicher startet in Baden-Württemberg
Im baden-württembergischen Weissach im Tal entsteht derzeit gemeinsam von Sigenergy, Arausol und Memodo die wohl derzeit größte PV-Anlage mit dezentralen Batteriespeichern. Das Projekt soll eine Leistung von 11,6 MW erreichen und wird mit einer Speicherkapazität von insgesamt 20 MWh ausgestattet, verteilt auf 1660 Batteriemodule. Die Anlage nutzt eine DC-gekoppelte Architektur, bei der Solarstrom ohne zusätzliche Umwandlung direkt in die Batterien gespeichert werden kann, während die Einspeisung ins Netz später erfolgt. Dadurch ist eine höhere Auslegung der PV-Leistung möglich, obwohl der Netzanschluss auf 8,8 MW begrenzt ist. Sigenergy liefert die Speicher und weitere elektrische Komponenten, Arausol übernimmt Bau und Unterkonstruktion, Memodo die Beschaffung.
Windenergie in Deutschland mit starkem Zuwachs im ersten Quartal 2026
Im ersten Quartal 2026 ist die Zahl der in Betrieb genommenen WEA in Deutschland im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich gestiegen. In den ersten drei Monaten des Jahres gingen insgesamt 228 WEA mit einer Leistung von 1,5 GW ans Netz. Dies entspricht einem Zuwachs von nahezu 50 %. Während im ersten Quartal 2025 keine neuen Offshore‑Windenergieanlagen in Betrieb genommen wurden, konnten im laufenden Jahr bereits 36 Offshore‑Anlagen mit einer Gesamtleistung von 468 MW fertiggestellt werden. Besonders Nordrhein‑Westfalen und Niedersachsen verzeichneten einen starken Ausbau: In beiden Bundesländern wurden von Januar bis März jeweils über 300 MW neue Windenergieleistung installiert.
Vestas stärkt Bulgariens Windkraft-Infrastruktur mit 70 MW-Auftrag
Tessa Green Energy hat dem dänischen Windkraftanlagen-Hersteller Vestas einen Auftrag über 70 MW für den bulgarischen WP „Strazhitsa“ erteilt. Geliefert werden elf EnVentus V162 6.4 MW Turbinen, ergänzt durch einen langfristigen AOM 5000 Servicevertrag zur technischen Betriebsführung. Die Auslieferung soll im ersten Quartal 2027 starten, die IBN ist für das zweite und dritte Quartal 2027 geplant. Das Projekt gilt als wichtiger Impuls für die Wiederbelebung der Windenergie in Bulgarien und stärkt die Energieunabhängigkeit des Landes. Vestas ist seit 2007 im Markt aktiv und zählt mit über 360 MW installierter Leistung zu den führenden Anbietern. Die Vestas Aktie hat sich seit dem Tief im Mai 2025 deutlich erholt und liegt aktuell bei rund 27 Euro.
Globaler PV-Boom: Neue Rekorde im weltweiten Energiemarkt
Die weltweite PV hat 2025 einen historischen Wachstumssprung gemacht, sodass insgesamt 2.778 TWh Strom erzeugt wurden. Das sind 30 % mehr als im Vorjahr und somit der stärkste Zuwachs seit acht Jahren. Mehr als die Hälfte dieses Anstiegs stammt aus China, gefolgt von den USA und der EU. Seit 2015 hat sich die globale PV-Stromproduktion verzehnfacht. Damit hat die PV 2025 erstmals die Windenergie überholt und wird laut Ember-Analysten 2026 auch die Atomkraft übertreffen. Parallel wurden 647 GW neue PV-Leistung installiert, begleitet von einem starken Ausbau der Batteriespeicher, die bereits 14 % der zusätzlich erzeugten Strommenge verschieben können. Durch dieses Wachstum hätten alle weltweiten PV-Anlagen rechnerisch den gesamten Bedarf der EU vollständig decken können, während die fossile Stromerzeugung erstmals seit der Corona-Krise leicht zurückging. Besonders China und Indien reduzierten ihren Fossilstrom, was ein klarer Hinweis auf den globalen Strukturwandel hin zu sauberer Energie ist.
Türkei baut größte Batteriespeicher-Pipeline Europas
Die Türkei hat sich still und leise zur Vorreiterin im europäischen Energiespeicherbereich entwickelt: Seit 2022 schreibt das Land vor, neue Wind- und PV-Parks mit Batteriekapazitäten in gleicher Größe zu koppeln. Diese Vorgabe löste Anträge über insgesamt 221 GW aus, davon sind bereits 33 GW genehmigt – ein Volumen, das führende EU-Speichermärkte wie Deutschland und Italien mit je rund 12 bis 13 GW deutlich übertrifft. Die Pipeline der Türkei entspricht 83 % der aktuellen Wind- und PV-Kapazität des Landes. Flankiert wird diese Entwicklung durch den PV-Park „Kalyon Karapınar“, der mit rund 3,5 Mio. PV-Modulen auf ca. 20 Mio. m² als größte PV-Anlage Europas gilt und seit 2023 Strom ins Netz einspeist. Experten sehen die Türkei auf dem Weg, sich als regionaler Energie-Hub zu positionieren – vorausgesetzt, die Speicherprojekte werden konsequent umgesetzt und das Stromnetz weiter modernisiert.
Nordex gewinnt 80-MW-Windenergie-auftrag in Spanien
Die Nordex Group hat in Spanien einen neuen Auftrag für einen Onshore-WP mit einer anfänglichen Leistung von 80 MW erhalten. Geplant ist der Einsatz von 13 modernen WEA, die zusätzlich über einen langfristigen Wartungs-vertrag von 20 Jahren abgesichert werden. Das Projekt bietet außerdem die Möglichkeit, die Kapazität später um weitere 40 MW zu erhöhen, wodurch insgesamt bis zu 120 MW erreicht werden könnten. Der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen, während die vollständige IBN gegen Ende desselben Jahres erwartet wird, wobei der genaue Standort und Auftraggeber nicht öffentlich gemacht wurden.
Erneuerbare Energien decken erstmals gesamten Stromzuwachs
Laut der Studie „Global Electricity Review“ des Energie-Thinktanks Ember hat der globale Strommarkt 2025 einen historischen Wendepunkt erreicht: erstmals wurde der komplette Zuwachs des weltweiten Strombedarfs durch Erneuerbare Energien gedeckt. Dadurch blieb die fossile Stromerzeugung erstmals seit Jahren stabil. Haupttreiber dieser Entwicklung war die Solarenergie, deren Produktion deutlich zulegte und inzwischen den Großteil des Nachfrageanstiegs abdeckt. Gemeinsam mit der Windkraft kam nahezu der gesamte Nachfragezuwachs aus erneuerbaren Quellen. Gleichzeit überholten Erneuerbare Energien erstmals die Kohle im globalen Strommix.
Baustart für 100-MWh-Großbatteriespeicher in Marbach stärkt Netzstabilität
Der Energiekonzern EnBW hat mit dem Bau eines Großbatteriespeichers am Standort Marbach begonnen. Die Anlage soll über eine Speicherkapazität von 100 MWh verfügen und bis Ende 2026 in Betrieb gehen. Angeschlossen wird der Speicher an das Übertragungsnetz von TransnetBW. Ziel ist es, die schwankende Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie besser mit dem aktuellen Bedarf auszugleichen. EnBW sieht Batteriespeicher als zentralen Bestandteil der Energiewende und als Ergänzung zu erneuerbaren Anlagen sowie flexiblen Kraftwerken. Durch den Ausbau solcher Speicherlösungen soll die zunehmende Volatilität im Energiesystem technisch abgefedert werden. Der Standort Marbach wird damit weiter als wichtiger Energieinfrastruktur-Knoten ausgebaut.

