JUWI verkauft 24-MW-WP „Gyhum“
Die JUWI GmbH hat den WP „Gyhum“ in Niedersachsen an den Investmentfonds Energy Invest Mittelhessen 1 verkauft, der von Union Investment verwaltet wird. Die Pacifico Energy Partners GmbH begleitete den Erwerb als Berater. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der WP befindet sich derzeit in Gyhum-Hesedorf im Landkreis Rotenburg (Wümme) im Bau. Er umfasst vier WEA des Typs Vestas V162 mit einer Gesamtleistung von 24 MW. Die Anlagen verfügen über eine Nabenhöhe von 169 m und einen Rotordurchmesser von 162 m. Die IBN ist für Anfang 2027 vorgesehen. Künftig sollen die vier Anlagen jährlich rund 73 GWh Strom erzeugen. Dies entspricht dem Jahresverbrauch von etwa 25.000 Haushalten und einer rechnerischen CO₂-Einsparung von rund 55.300 t gegenüber konventioneller Stromerzeugung.
Wasserstoff-Ausbau im Ausland treibt deutsche Strompreise
Eine Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik zeigt die Auswirkungen des Wasserstoff-Ausbaus in Österreich und Dänemark auf den deutschen Strommarkt für das Jahr 2030. Durch den Betrieb zusätzlicher flexibler Elektrolyseure in den Nachbarländern steigt die Nachfrage nach Strom vor allem in Zeiten mit hoher Erzeugung aus Erneuerbaren Energien. Dies könnte in Deutschland zu durchschnittlichen Preissteigerungen von 0,5 bis 1,7 €/MWh führen. Ursache ist die veränderte Strommenge im grenzüberschreitenden Handel sowie günstigere regulatorische Rahmenbedingungen für grünen Wasserstoff in den Zielregionen. Für die Produktion in Deutschland schätzt Fraunhofer die Gestehungskosten auf 6,5 bis 7,5 €/kg.
Hamburg Grasbrook: Plan zur Wärmewende
Für den neuen Hamburger Stadtteil Grasbrook übernimmt Enercity die Wärmeversorgung und plant ab 2031 ein Wärmenetz, das zu über 90 % auf Erneuerbaren Energien und industrieller Abwärme basiert. Durch die Anbindung an das bestehende Netz kann insbesondere die Abwärme des Kupferherstellers Aurubis genutzt werden, die bereits heute einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Wärmeversorgung leistet. Ergänzend sollen Wärmepumpen Umweltwärme erschließen, während Biomethan Lastspitzen abdeckt; bis 2040 wird eine vollständig fossilfreie Versorgung angestrebt. Zudem ist ab 2035 eine zentrale Kälteversorgung für gewerblich geprägte Quartiere vorgesehen. Das Projekt gilt als Beispiel für die Dekarbonisierung der Fernwärme durch die Kombination aus Netzausbau, erneuerbaren Wärmequellen und industrieller Abwärmenutzung.
Mechanischer Zelldruck als Faktor für Zyklenfestigkeit
Die Forschenden des Fraunhofer ISE demonstrierten die hohe Leistungsfähigkeit siliziumreicher Pouch-Zellen mit 25 Ah Kapazität, die nach über 1000 Ladezyklen noch mehr als 83 % ihrer ursprünglichen Kapazität erreichten. Die Zellen kombinieren eine Silizium-Kohlenstoff-Graphit-Anode mit einer nickelreichen NMC-Kathode und erzielen eine Energiedichte von 280 Wh/kg. Als entscheidender Faktor für die Zyklenstabilität erwies sich ein hoher mechanischer Anpressdruck von 1000 kPa, während niedrigere Drücke zu einer deutlich stärkeren Degradation führten. Die Ergebnisse zeigen das Potenzial siliziumbasierter Anoden zur Steigerung der Energiedichte von Lithium-Ionen-Batterien und zur Verringerung der Abhängigkeit von Graphit. Gleichzeitig unterstreichen sie die Bedeutung realistischer Betriebsbedingungen bei der Bewertung der Langzeitperformance solcher Zellkonzepte.
Direktvermarktung mit Festpreis für kleine PV-Anlagen
Mit der geplanten Reform des EEG wird die feste Einspeisevergütung für kleine PV-Anlagen voraussichtlich durch eine verpflichtende Direktvermarktung ersetzt. Vor diesem Hintergrund startet Rabot Energy ab November ein entsprechendes Angebot für Anlagen bis 25 kW, wobei die Belieferung der ersten Kunden für Februar 2027 vorgesehen ist. Das Unternehmen verspricht feste Vergütungen für eingespeisten PV-Strom, die nach aktuellen Prognosen über dem Niveau der derzeitigen EEG-Vergütung liegen könnten. Voraussetzung für die Teilnahme sind neben der PV-Anlage ein kompatibles Energiemanagementsystem, ein intelligentes Messsystem sowie ein Batteriespeicher zur flexiblen Steuerung der Einspeisung. Ziel ist es, Haushalten den Übergang zur Direktvermarktung zu erleichtern.
Kostengünstige Kameralösung zur Bewertung von Solarzellen
Forschende der Universität Stuttgart, des Forschungszentrums Jülich und des Solarzentrums Stuttgart haben eine handelsübliche Digitalkamera so modifiziert, dass sie die Infrarot-Elektrolumineszenz von Silizium-PV-Modulen erfassen und deren externe Quanteneffizienz (EQE) bestimmen kann. Durch das Entfernen des Infrarot-Sperrfilters sowie ein neu entwickeltes Kalibrierungsmodell lassen sich quantitative Aussagen über Lumineszenz, Leerlaufspannung und Zellqualität treffen. Die Methode nutzt kostengünstige CMOS-Kameras und setzt die gemessene Bildhelligkeit mit der absoluten Lumineszenzemission in Beziehung. Versuche bestätigten einen engen Zusammenhang zwischen Lumineszenzsignal, EQE und elektrischer Leistungsfähigkeit der Module. Damit eröffnet das Verfahren eine wirtschaftliche Möglichkeit zur detaillierten Qualitätsbewertung von PV-Modulen.
Größter Offshore-WP „Gennaker“ erreicht Meilenstein
Der Offshore-WP „Gennaker“ in der deutschen Ostsee hat einen wichtigen Meilenstein bei der Errichtung erreicht. Mit einer geplanten Leistung von rund 1 GW entsteht vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst das größte Windkraftprojekt dieser Art in den deutschen Meeresgewässern. Nach der vollständigen IBN soll der Park grüne Energie für umgerechnet fast eine Million Haushalte liefern und damit maßgeblich zur regionalen Energiewende beitragen. Aktuell laufen die maritimen Installationsarbeiten für die massiven Fundamente sowie die schrittweise Anbindung an das Übertragungsnetz planmäßig. Die Fertigstellung unterstreicht die wachsende Bedeutung der Offshore-Windenergie für die Erreichung der nationalen Klimaziele im Bereich der Erneuerbaren Energien.
Vattenfall stabilisiert deutsches Stromnetz
Vattenfall übernimmt die Regelenergie-Vermarktung des Offshore‑WP „Veja Mate“ in der Nordsee. Die Präqualifikation für die Bereitstellung von Regelleistung wurde durch den Übertragungsnetzbetreiber TenneT erfolgreich abgeschlossen. Künftig können bis zu 200 MW der Windparkleistung als Regelleistung genutzt werden, um zur Stabilisierung des deutschen Stromnetzes beizutragen. Nach Angaben von Vattenfall handelt es sich dabei um die bislang größte Bereitstellung von Regelleistung aus Offshore‑Windenergie. Die Netzstabilisierung erfolgt durch die gezielte Anpassung der Einspeiseleistung der WEA. So können kurzfristige Ungleichgewichte zwischen Stromerzeugung und -verbrauch ausgeglichen und die Netzfrequenz von 50 Hz stabil gehalten werden.
Neretek und Vestas prüfen Kooperation für Offshore-Wind
Neretek und Vestas haben eine Absichtserklärung unterzeichnet, um den gemeinsamen Einsatz ihrer Fundament- und Turbinentechnologien für Offshore-Windprojekte in Wassertiefen von 60 bis 90 m zu prüfen. Im Mittelpunkt steht das BC90-Fundamentkonzept von Neretek, das eine Alternative zwischen konventionellen Festfundamenten und schwimmenden Fundamenten bieten soll. Das Konzept basiert auf einer auftriebsfähigen Stahlsäule, die über ein Gelenk mit einem vorinstallierten Fundament am Meeresboden verbunden ist. Ankerleinen sollen dabei die seitlichen Kräfte aufnehmen. Nach Angaben von Neretek lässt sich das System mit bestehenden Lieferketten und Standardturbinen kombinieren und ohne Schwerlastschiffe installieren. Die technische Validierung soll bis 2027 laufen, ein Demonstrator im Maßstab 1:1 ist frühestens für 2028 geplant.
Nordex erhält Auftrag in Neuseeland für 192 MW
Der Energieversorger Mercury plant auf der Südinsel von Neuseeland den Bau des neuen WP „Puke Kapo Hau“. Für das Projekt liefert Nordex 40 WEA des Typs N133/4.8 mit einer Gesamtleistung von 192 MW. Obwohl Nordex bereits an mehreren Windenergieprojekten in Australien beteiligt war, handelt es sich dabei um den ersten Auftrag in Neuseeland. Der neue WP erweitert den bestehenden WP „Mahinerangi“. Nach Fertigstellung wird der Standort über eine installierte Gesamtleistung von 228 MW verfügen und damit zum größten WP Neuseelands aufsteigen. Dank durchschnittlicher Windgeschwindigkeiten von rund 8 m/s wird für den WP eine jährliche Stromproduktion von etwa 565 GWh erwartet. Der Baubeginn der WEA ist für Anfang 2028 vorgesehen, während die ersten Anlagen voraussichtlich Mitte 2028 in Betrieb gehen sollen.
Jinkosolar steigert Effizienz von Silizium-PV-Zellen
Jinkosolar präsentierte mit der TAC-Technologie eine neuartige Rückkontakt-PV-Zelle, die Topcon- und Heterojunction-Konzepte auf einem n-Typ-Siliziumwafer kombiniert. Durch die ausschließliche Anordnung der Kontakte auf der Rückseite werden optische Abschattungsverluste vermieden und die Lichtausbeute erhöht. Zusätzliche Passivierungsverfahren wie GPP und MCP 2.0 reduzieren Rekombinationsverluste und verbessern die elektrische Leistung der Zellen. Ergänzt wird das Konzept durch hochwertige n-Typ-Wafer sowie optimierte Lichtfangstrukturen zur Steigerung der Effizienz. Laut Jinkosolar erreichen die TAC-Serienzellen Wirkungsgrade von über 27 %, wobei Spitzenwerte von bis zu 28 % angegeben werden.
Österreichisches Projekt vernetzt Speicher und Wärmepumpen
Ein neues österreichisches Forschungsprojekt widmet sich der intelligenten Vernetzung von Batteriespeichern und Wärmepumpen zur Nutzung auf Flexibilitätsmärkten. Ziel der Initiative ist es, dezentrale Anlagen über digitale Plattformen zu bündeln und somit netzdienlich zu steuern. Durch die kooperative Nutzung von PV-Anlagen und Speichersystemen können Verbrauchsspitzen im Stromnetz ausgeglichen und lokale Engpässe vermieden werden. Die beteiligten Partner erproben hierfür innovative Softwarelösungen, um die Sektorenkopplung zwischen Strom und Wärme im großen Stil zu optimieren. Das Vorhaben liefert wichtige Erkenntnisse für die künftige Vermarktung flexibler Lasten im europäischen Energiemarkt.

